Achtsamkeit

Im Jogginganzug am Samstagvormittag ins Altenheim? Und dann auch noch warmen Socken und eine Decke im Gepäck? Was ist hier los? Das mag wohl der eine oder andere Bewohner am 8. September 2018 gedacht haben.

Ja, hier war was los! 15 Teilnehmer aus der ambulanten Hospizgruppe und einige Pflegekräfte trafen sich zu einem Fortbildungstag. Was nach einem entspannten Tag aus sah, entpuppte sich als Arbeit an und mit sich selbst.

Frau Gerda Reinhold, Diplompsychologin und zertifizierte MBSR-Lehrerin, MBSR ist die englische Abkürzung für Mindfulness-Based Stress Reduction – MBSR, Stressbewältigung durch Achtsamkeit war dazu zu uns ins Haus gekommen und hatte eine Menge Bilder mitgebracht, die uns den Einstieg in den Tag erleichterte.

Die Begleitung von schwerstkranken und sterbenden Menschen ist eine wichtige und auch kräftezehrende Aufgabe. Sie erfordert von den Hospizbegleitern eine ausgeglichene und einfühlsame Gemütslage. Da ist es wichtig auf seine eigenen Bedürfnisse und Gefühle zu achten. Denn nur wenn  ich zu mir selber achtsam bin, kann ich anderen achtsam gegenüber stehen. Aus diesem Grund hat die Hospizgruppe Frau Reinhold eingeladen. In Theorie und Praxis erlernten wir Fähigkeiten zur Stressbewältigung und Regeneration.

Die achtsame Mittagspause wurde von einem 15 minütigen Schweigen eingeleitet und fand in einer Geh-Mediation ihren Abschluss.

Wir lernten uns und unseren Körper auf verschiedene Arte wahrzunehmen. Im Liegen, Sitzen oder im Gehen.

Am Nachmittag sind dann alle Teilnehmerinnen teils erholt, teils auch ein wenig erschöpft aber alles achtsam nach Hause gegangen.

Im Jogginganzug.

 

(veröffentlicht am 04.10.2018)